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NEWSLETTER NR.: 01/2007 
DIE AUGEN, BERÜHRUNG DER SEELE.
Aufgrund des aktuellen Themas vom Kurs "Körperbewusstsein" möchte
ich mich in diesem Newsletter dem Thema rund um die Augen widmen. Einerseits
möchte ich dieses Thema aus schulmedizinischer und alternativer Sicht beleuchten
und so auf die Funktion der Augen und den Sehvorgang eingehen, andererseits
möchte ich mich auf "energetischer" Ebene mit diesem Thema auseinandersetzen.
Übrigens, wenn Du hier diesen Text liest, mache nach jedem zweiten Satz
eine Pause, schließe für einige Momente die Augen und versuche Dir
das letzte Wort inklusive des nachstehenden Satzzeichens zu imaginieren. Es
wird zunächst eine Herausforderung, eine Geduldsprobe, aber Du wirst Deine
Entspannung die Du dadurch gewinnst zu schätzen wissen.
Was gehört zum Sehvorgang? Was spielt eine Rolle um unsere Umwelt wahr
zu nehmen? Wieso sehen wir, wie wir sehen?
Wir können den Sehvorgang in drei Abschnitte einteilen. In den mechanischen
Teil, den Teil der Übertragung durch das Nervensystem und der Wahrnehmung,
das Erkennen.
Die meisten Sehfehler werden aus schulmedizinischer Sicht darauf zurückgeführt,
dass der Glaskörper bzw. die Hornhaut einen Defekt aufweist. Bei der Altersweitsichtigkeit
ist es etwa der austrocknende Glaskörper, der die nötige Anpassung
nicht vollbringt. In anderen Fällen sind es organische Defekte, die uns
nicht sehen lassen. Etwa durch Krankheit entstandene Deformierungen der Hornhaut.
Die Schulmedizin hat die Antwort auf dieses Problem. Sie passt dem Sehschwachen
einfach eine Brille an und das war es auch schon. Und so läuft jeder Vierte
mit einer "Krücke" herum, nur mit dem Unterschied, wir nehmen
es nicht als "Krücke" wahr. Die Brille ist etwas Alltägliches
geworden, keiner würde einen Gedanken daran verschwenden, dass es andere
Methoden gibt, die dazu führen die Sehkraft wieder her zu stellen. Was
ist aus den Vorsätzen der Ärzte geworden, die sich die Heilung von
Krankheiten zur Berufung gemacht haben?
"Medicus curat, natura sanat." der Arzt behandelt, die Natur heilt.
Ein Arzt sollte immer die Bestrebung haben diese Kräfte zur Heilung zu
aktivieren, die Möglichkeit bieten das sich der Körper seine regulativen
Kräfte zu nutze macht. Er sollte die äußeren und inneren Bedingungen
schaffen, die das Heil werden unterstützen. Geschieht dies mit einer Brille
im Falle einer Fehlsichtigkeit? Wird der Heilungsprozess mit einer "Krücke"
wirklich unterstützt? Oder geschieht nicht genau das Gegenteil, nimmt die
Fehlsichtigkeit nicht weiter zu? Es scheint so als hätte sich die Schulmedizin
damit begnügt, dass Fehlsichtigkeit eine unheilbare Krankheit ist.
Bei dieser Form der Behandlung wird in keinem Fall die Ursache behoben, vielmehr
wird ein optisches Hilfsmittel angepasst mit deren Hilfe wir für einen
mehr oder weniger großen Zeitraum die Fehlsichtigkeit durch das Hilfsmittel
ausgleichen. Doch wie unterstützt ein Arzt damit die Natur, die jene Selbstheilungskräfte
im Menschen in Gang bringt?
Nun, mittlerweile gibt es einen nicht unwesentlichen industriellen Zweig, der
sich zur Aufgabe gemacht hat, jene "Krücken" her zu stellen.
Nur ausgebildete Optiker dürfen jene "Krücken" anpassen
und sie auch verkaufen. Es steht mittlerweile eine Lobby dahinter, die alle
aufkeimenden alternativen Gedanken untermauert. Und zum anderen ist sicher auch
der Konsument dafür verantwortlich, denn es ist mit Sicherheit bequemer
sich auf seine "Krücke" zu stützen als die Ursache für
seine Fehlsichtigkeit aus der Welt zu schaffen. Die Ursache beseitigen würde
bedeuten, sich mit sich selbst und seinem Körper auseinander zu setzen.
Das fordert Zeit und Aufmerksamkeit.
Die Ursache von Fehlsichtigkeit beschränkt sich nicht nur auf den mechanischen
Bereich, also auf die Augen, den Glaskörper und der Hornhaut. Ein wesentlicher
Faktor für Fehlsichtigkeit ist eine Verspannung der Augenmuskulatur, mit
unter auch als ein Fehler in der Interpretation der Bilder, die das Gehirn empfängt.
Falsche Sehgewohnheiten, wie etwa das Starren gelten auch als mögliche
Ursache für Fehlsichtigkeit. Ferner können Emotionale Spannungen oder
traumatische Erlebnisse zu Sehschwierigkeiten führen. Probleme mit dem
Bewegungsapparat oder organische Probleme können Sehfehler bewirken. Das
Auge und der Sehvorgang können nicht isoliert vom restlichen Körper
gesehen werden, folglich ist die Betrachtung von Sehfehlern aus schulmedizinischer
Sicht eine "oberflächliche", sie betrachtet nicht den Menschen
als ganzes sondern immer nur einen Ausschnitt.
Wie kann aber nun eine Fehlsichtigkeit mit alternativen Methoden gelindert
werden? Die Antwort ist in der Methode nach Dr. Bates zu finden. Er hat eine
natürliche Form der Behandlung gefunden und ist im Grunde von wissenschaftlicher
Seite belächelt worden. Dr. Bates hat eine Reihe von Übungen entwickelt
die viele Sehfehler von der Wurzel her verbessert. Hauptsächlich bedient
er sich an Methoden die das Sehen, die Muskulatur rund um das Auge und die mentalen
Funktionen des Sehens entspannt. Diese Übungen verbessern unsere Art der
Wahrnehmung genauso wie sie Abhilfe schaffen von falschen Sehgewohnheiten, wie
etwa das Starren. Es ist eine gelungene Methode, die Übungen sind mit wenig
Aufwand auch in unser Alltagsleben zu integrieren.
Wer Interesse bekommen hat, ich stelle im Kurs "Körperbewusstsein"
einige dieser Übungen vor.
Die Funktion der Augen aus "energetischer" Sicht.
Die Augen sind aus dem Nervensystem des Tastsinns gebildet und haben einen
engen Bezug zu diesem Nervensystem. Die Augen, mit ihnen betasten wir die Welt,
wir orientieren uns mit diesem Sinn, wir berühren die Welt mit unseren
Blicken.
Aus der Sicht der traditionellen chinesischen Medizin haben unsere Augen mehrere
Funktionen. Ich möchte einen Aspekt hervorheben, der Meridian "Blase"
hat seinen Anfangspunkt (Bl 1) im inneren Augenwinkel. Der Blasenmeridian verläuft
entlang der Wirbelsäule und hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Nervensystem
und unser Bewegen. Ein Baby, das gerade beginnt seine Bewegungen zu koordinieren,
nimmt zunächst die Welt wahr, es kann die Bilder zwar noch nicht interpretieren,
sprich es erkennt noch nicht was es sieht, aber es beginnt jede Bewegung von
den Augen. Diese Bewegung dient in erster Linie das gesehene zu begreifen, es
anzufassen und die räumlichen Zusammenhänge zu erfassen. Hier wird
das visuelle Bild mit dem Bild des haptischen Erlebens verknüpft. Wir verknüpfen
dabei das Gesehene mit unseren Bewegungen und den Informationen durch die Berührung
der Gegenstände. Wenn wir ein Baby beobachten das gerade nach oben, also
in Richtung seiner Stirn, schaut werden wir merken wie sich der Oberkörper
langsam hebt, um der Bewegung der Augen mehr Raum zu geben. Die Augen sind es,
die unseren Bewegungsapparat führen, die den ersten Schritt des Bewegens
machen. Der Blick ist eben das erste Betasten unserer Welt.
Wir können aber auch durch unser Sehen, durch unseren Blick, tief in die
Seele eines Menschen sehen. Die Augen drücken dabei das Bewusstsein aus,
sie schaffen uns einen Blick in unser Herz. Wir kommunizieren über diese
Ebene mit Menschen genauso wie über die Sprache. Jedoch ist es in unserer
Gesellschaft nicht Gang und gebe dieses Kommunikationsmittel zu nutzen. Leben
wir doch in einer Gesellschaft die sich hinter Masken verbirgt, in denen das
Individuum nicht den Stellenwert hat wie das Gesamte. Vielleicht spielt hier
auch die Masse an Information eine Rolle, die uns zu dieser Schutzreaktion bringt.
Wie oft sitzen wir in der U-Bahn oder im Zug und schaffen es mit jemandem in
Blickkontakt zu sein, schon alleine die Vorstellung daran ist seltsam, einem
Fremden in die Augen zu sehen. Der Preis dafür ist die Anonymität,
ein sich nicht kennen oder wahrnehmen, es bringt uns zu Handlungen die wir nur
ohne diesen Kontakt schaffen. Der Augenkontakt ist eine Verbindung von Herz
zu Herz, es ist eine Berührung der Seelen zwischen zwei Menschen.
Das Herz bestimmt wie wir die Welt wahrnehmen, was wir sehen wollen und wie
wir das Gesehene in unser Leben integrieren. Wenn wir jemanden in die Augen
sehen, nehmen wir zunächst Kontakt auf mit Shen - dem Elementargeist -
auf, mit der Bewusstheit einer Person. Wir sehen die Offenheit oder das Fehlen
dieser, wir können die Beschaffenheit erkennen, ob sie trüb, klar
oder strahlend sind. Und wie viel mehr sehen wir in den Augen unseres Gegenübers.
Wie begegnen sich unsere Augen, wie sehr hält unser Gegenüber unserem
Blick stand? Es sagt etwas über den Menschen aus. Über sein Herz,
seine Herzlichkeit, seine Verletzungen, seinen Selbstwert. Wir können die
Geschichte eines Menschen erspüren.
Das Herz wird oft als die Mitte des Menschen betrachtet, als der Ort, von dem
aus Handlungen erwachsen. Der Ort, an dem wir die Welt zu uns herein in unser
Inneres lassen - die Augen bilden da die Pforte, der Ort an dem wir die Welt
berühren.
Wenn wir mit einem Menschen in Kontakt treten wollen, der von Tiefe geprägt
sein will, so erlangen wir diese Tiefe sehr einfach durch den Kontakt mit den
Augen. Wir können das Bewusstsein, die Herzensenergie wahrnehmen und auch
erspüren, wie wir wahrgenommen werden. Ich kann nur jedem/r nahe legen,
Erfahrungen in diese Richtung zu machen. Sehr interessant ist es bei sich an
zu fangen. Vor den Spiegel stellen und für eine Zeit, so lange wie es gelingt,
die Tiefe zu ertragen, den eigenen Augen, der eigenen Seele zu begegnen.
[..top..]
MÄNNER IM AUFBRUCH. Ich möchte in diesem Beitrag die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft
beleuchten. Hier gibt es neben dem traditionellen Bild eine Vielzahl neuer Denkansätze.
Was Frauen schon seit geraumer Zeit praktizieren, steckt bei Männern noch
im wahrsten Sinne des Wortes in den Kinderschuhen. Frauen sind schon lange in
Bewegung, sie sind persönlich an einer Entwicklung interessiert, sie organisieren
sich, tauschen sich über ihre Probleme aus und gehen mit der Thematik der
"Frauen - Emanzipation" in den politischen Dialog. Sie fordern ihr
Recht auf Gleichstellung gegenüber dem Mann.
Doch wie wirkt sich die Starre des Mannes, die Unbeweglichkeit seines Rollenbildes,
in der Gesellschaft, auf diese Frauenbewegung, aus? Wie sehr blockiert der Mann
diese Entwicklung? Und was muss geschehen, dass sich der Mann bzw. sein festgefahrenes
Rollenbild beginnt zu ändern?
"Für die Geschlechterverhältnisse, für Frauen-
und Männeremanzipation, gilt:
Gesellschaftliche Zustände ändern sich nur dann, wenn sich Menschen
finden, die die Verantwortung für den sozialen Wandel auf sich nehmen.
Was heißt das konkret? Es heißt: Neues versuchen, Widerstand gegen
Eingefahrenes üben, Konventionen durchbrechen, Widerspruch wagen, Missstände
benennen."
Aus: Walter Hollstein. Männerdämmerung, a.a.O.
Das klassische Bild des Mannes sieht vor, der Erhalter zu sein. Seine Aufgabe
ist es, der Familie Sicherheit zu geben, zumindest in Fragen der Existenzsicherung.
Er kümmert sich im Haushalt eher um Reparaturen, um das Auto. Der Mann
selbst, der dieses Bild lebt, glaubt auch daran, an die Wichtigkeit dieser Rolle.
Er denkt von sich das stärkere Geschlecht zu sein und nimmt sich damit
aber gleichzeitig das Recht, Schwächen zu zeigen. Das Ausdrücken von
Gefühlen, der Austausch mit Anderen, das sich einlassen auf Beziehungen
die über die Formalität des Beruflichen hinausgeht, wird nicht gelebt.
Der Mann beschneidet damit einen wichtigen Teil des Lebens selbst, er führt
sozusagen ein "halbes Leben". Es ist eine Verarmung des Lebens, es
fehlt ein elementarer Bestandteil des Seins.
Es täte Männern gut, es wäre eine Bereicherung, wenn sie die
Gedanken von Frauen, den Gedanken der Emanzipation, aufgreifen und auf ihr Recht
auf Gleichberechtigung beharren und diese Entwicklung auch durchsetzen. Zum
einen ist es eine Befreiung der Männer aus dem Klischee des Männlichen,
aus der männerzentrierten ("patriarchalen") Gesellschaft, die
ihre Schattenseiten auf das Leben selbst wirft. Der Mann müsste sich nicht
nur durch seinen Beruf und den Erfolg definieren und identifizieren. Er könnte
einen aktiven Einfluss auf das Leben in der Familie, auf die Gemeinschaft haben.
Er könnte seine Persönlichkeit entwickeln, könnte beginnen sich
zu spüren. Das Spüren versagt sich der traditionelle Mann, er darf
nicht.
Zunächst weil er der Starke sein muss, dieses Bild ist ein elementarer
Bestandteil des Gedankengutes unserer Gesellschaft. Das beginnt schon in der
Entwicklung, in unserer Erziehung. Wir erleben schon in früher Zeit, wie
wertvoll wir sind, wenn wir Leistung erbringen. Ja es beginnt schon sehr früh
der Kampf um Anerkennung, um die Liebe, um Aufmerksamkeit. Wir können diesen
Kampf in dieser Form nie gewinnen, wir müssen beginnen uns selbst diese
Werte zu geben, uns zu lösen von den Werten, die wir von der Gesellschaft
übergestülpt bekommen. Wir sollten uns lösen von diesem stereotypen
und rigiden Bild des Männlichen um frei zu werden für den Teil den
der Mann in seinem traditionellen Rollenbild nicht vermag zu leben.
In weiterer Folge muss er, um dieses Bild des starken Mann aufrecht zu erhalten,
von seinem Körper Abstand gewinnen, andernfalls könnte er den Raubbau
an seinem Körper nicht weiter betreiben. Meist hindern den Mann, der sich
durch seinen Beruf identifiziert, Ängste, sich einem neuen Männerbild
hin zu geben. Könnte er nicht seine Stellung, seine Stärke, seine
Machtposition verlieren? Was für eine Vorstellung, eine Frau in einer höheren
Position zu sehen! Nicht zu ertragen für ein "starkes" Ego. Doch
andererseits, was für eine Bereicherung des Lebens, wenn er statt den nicht
zu gewinnenden Kampf nach Erfolg und Ruhm in seinem Beruf, in ein Leben voller
Austausch und Lebendigkeit hinein geht. Kann es wirklich sein, dass für
den Menschen der Beruf als Leben bezeichnet wird? Was heißt hier Leben,
was heißt hier richtig leben? Gehört zu Leben nicht auch die Fähigkeit,
die Lebendigkeit in anderen wahr zu nehmen, das Leben seiner Kinder, seiner
Partnerin, zu spüren?
Ich möchte hier in eine offene Diskussion gehen, in einen Austausch vor
allem mit Männern und freue mich auf jede Reaktion. Wie kann Mann leben
ohne sich diesem Klischee hin zu geben? Wie kann der Mann die Gleichberechtigung
der Frau unterstützen um dem Mann dadurch die Möglichkeit zu geben
sein "halbes Leben" zu vervollständigen?
Ich hänge hier noch das Bild des Mannes an, das Schiller geschrieben hat.
Bitte prüft, ob dies noch Werte in unserer Zeit sind? Überlegt, was
sich ändern kann? Und was sich dadurch verändert? Spürt hinein
in euer Leben und versucht zu ertasten, ob es vollständig ist?
"Der Mann muss hinaus
ins feindliche Leben,
muss wirken und streben
und pflanzen und schaffen,
erlisten, erraffen,
muss wetten und wagen,
das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei
die unendliche Gabe,
es füllt sich der Speicher
mit köstlicher Habe,
die Räume wachsen,
es dehnt sich das Haus."
Schiller, F., Sämtliche Werke, Stuttgart o.J., 25-27.
Ich möchte hier auch alle Frauen wertschätzen, die in die Konfrontation
gehen und auch für uns Männer neue Wege, neue Denkmuster schaffen,
für ein neues Bild von Frau und Mann, für neue Denkansätze. Bitte,
steigt noch vielen Männern auf die Zehen und bringt sie dazu sich zu spüren.
Danke.
[..top..]
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