BEWUSSTSEIN
von der art, wie wir durchs leben gehen
was bedeutet nun bewusstsein? ist es einfach
die tatsache, dass wir wissen um unsere existenz? ist es das
wissen um uns selbst? ist es das wissen um unsere handlungen
oder bedeutet es einfach nur, dass wir wach sind?
ist das bewusstsein nur die wiedergabe der erfahrungen, der
erlebnisse oder der eindrücke unseres lebens? stützt
sich unser beswussstsein auf informationen die in unserem
nervensystem gespeichert sind?
bewusstsein hängt mit dem wissen um unser leben zusammen.
wir wissen um uns, wir haben ein bild von uns selbst, wir
sind uns dessen bewusst, dass es uns gibt.
der vorbewusste zustand
wenn also das bewusstsein von information abhängt und sich bewusstsein
aus eindrücken und wahrnehmungen bildet, kann ein neugeborenes
nur unbewusst, oder besser ausgedrückt, in einem vorbewussten zustand
sein. es weiß von der welt rundherum noch nichts, es vermag noch
nicht zu erahnen, wer es ist. es begreift also noch nicht, dass es ist.
aus reaktionen, die durch reflexe geleitet werden, die das überleben
sichern, wie etwa der trinkreflex, und der allmählichen integration
der umwelt in das dasein des kindes, entwickelt sich nach und nach willentliches,
bewusstes handeln.
zunächst reagiert ein baby auf reize von außen nur mit ablehnung,
es sucht die geborgenheit und die wärme die es im uterus erlebt
hat, auch in der außenwelt zu finden. sehr wichtig ist in jener
zeit die mutter, die bildlich gesprochen als schutzschild fungiert.
die mutter ist mehr als nur versorger, sie bringt dem kind auch die
nötige sicherheit und das vertrauen, sich in die welt zu wagen.
mit der zeit und dem immerwährenden wachsen des nervensystems,
kommt das kind allmählich mit der umwelt in berührung, es
erlebt sich selbst und setzt sich und seinen körper in beziehung
zu dem raum - der umwelt. es bildet sich mit jeder beobachtung, mit
jedem eindruck, welches das kind aufnimmt, mehr und mehr verknüpfungen
im nervensystem. schließlich reagiert es auf immer mehr reize
der umwelt.
das kind handelt nach den vorstellungen, es erlebt sich selbst dabei
und bekommt von sich selbst ein bild. auf dieses bild beziehen sich
des kindes handlungen; sowie es den raum erforscht, indem es sich in
beziehung zur umwelt bringt, so erforscht es auch alles zwischenmenschliche,
ja, jede handlung, die von ihm ausgeht.
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aus welchen teilen besteht das ICH-BILD?
die erste grundlage liegt in den genen. dadurch
entscheidet sich, zu was wir je im stande sein werden. es bildet die
grundvoraussetzung für unsere physischen und psychischen fähigkeiten.
wir bekommen ein stück geschichte mit, wir leben oder besser erleben
die welt in einem kleinen rahmen, erleben nur einen kleinen teil der
vielfältigen möglichkeiten während unseres ersten lebensabschnittes.
diese eindrücke prägen uns wesentlich, die sprache, die mentalität,
die art zu essen, all das werden wir unser leben lang nicht vergessen.
es wird teil von uns - oft geht das so weit, dass wir nicht daran denken,
es gelernt zu haben, sondern zu denken, das sei unser ICH. es sind ererbte
- biologische eigenheiten, die einen großen teil von uns ausmachen,
dazu kommt die art und weise, wie wir aufwachsen. wir lernen durch beobachtung,
wir kopieren verhaltensweisen anderer, versuchen uns bestmöglich
anzupassen und einzugliedern. wir orientieren uns an der gesellschaft
und versuchen ihre ansprüche zu erfüllen. die erziehung hilft
uns dabei, eine richtung zu finden und sie prägt auch die art,
wie wir uns selbst erziehen. der dritte faktor, der an der bildung des
ICH-BILDES beteiligt ist.
die selbsterziehung ist die selektion der verhaltensweisen die wir annehmen
oder eben nicht. wir selektieren, zum einen durch unsere strukturellen
und psychischen voraussetzungen - durch das vermögen, etwas zu
schaffen oder nicht - zum anderen durch den wunsch, anerkennung zu bekommen,
anderen gerecht zu werden. wenn wir uns daran orientieren, welche verhaltensweisen
unsere gesellschaft hat, welche werte von ihr ausgehen und den maßstab
der gesellschaft für entscheidungen heranziehen, erlangen wir mit
sicherheit ansehen.
erziehung - ein
weg zur gleichheit
erziehung kann aber auch als weg zur uniformierung
dienen, das schaffen von gleichheit. es ist ein schritt weg von der
selbstbestimmung, mitunter auch von selbstverantwortung. verschärft
wird dieses verhalten auch noch von den massenmedien - das schaffen
von idolen, oder die abbildung des "perfekten menschen". so
wird zumindest eine einheit geschaffen die funktioniert.
aber was wird aus der individualität, was wird aus unserem ICH-BILD
- bezieht sich dieses bild dann noch auf uns? nicht selten wird der
wunsch der individualität gegen einen globalen wunsch - der wunsch,
die gesellschaft am laufen zu halten - ersetzt. in der folge sind wir
genötigt, um unser gesicht in der gesellschaft nicht zu verlieren,
unsere individuellen bedürfnisse als sekundär zu betrachten.
wir schaffen uns eine maske, eine maske von der wir selbst glauben,
sie sei unsere eigene identität und von deren existenz wir nicht
mehr wissen. der wunsch nach dem eigenen selbst ist zwar versteckt immer
noch vorhanden, doch die maske macht es uns einfach, dieses bedürfnis
nicht zum ausdruck zu bringen. wir verbergen unsere individualität,
um der gesellschaft zu entsprechen.
wir representieren mit dieser maske ein wesen - uns selbst, bzw. den
rest unseres ICH-BILDES - ein bild, das wir selbst von anderen auch
erwarten.
diese verstecken hinter der maske ist im grunde nur der wunsch nach
anerkennung, bestätigung und liebe. eine treibende kraft, die uns
dazu bringt, nur noch diese maske zu verstärken. wir sehen diese
maske nicht, sie ist uns so vertraut, dass wir unsere identität
darin erkennen.
was bleibt, ist ein winziges restselbstbild und wir vergessen, was oder
wer hinter der maske steckt.
sind wir noch wir selbst?
diese gedanken werfen natürlich die frage
auf: "sind wir überhaupt noch wir selbst?". was ist unser
ICH-BILD denn, ein grauer schleier der mit uns selbst nicht viel gemein
hat. woher erlangen wir die gewissheit, dass eine entscheidung wirklich
aus unserem tiefsten inneren kommt und nicht ein produkt unserer gesellschaft
ist?
meditation - die reduktion auf das wesentliche
wenn wir daran arbeiten wollen, mehr bewusstsein
in unser leben zu bringen, müssen wir zu unseren wurzeln zurückkehren.
wir erleben auf neue art, wie wir zu dem wurden, was wir jetzt sind
und erleben mitunter, das zu werden, was wir jetzt sein könnten.
wir erleben die tiefen unseres seins. in der meditation
finden wir uns selbst und erleben unser ICH-BILD gänzlich neu -
reduziert auf das ursprüngliche. es ist bestimmt nicht das einzige
ziel der mediation, aber es kann
ein anfang sein. wer sich selbst kennt - auch seine geschichte, wie
er der wurde, der er jetzt ist - kann mit diesem wissen sein bewusstsein
erweitern. es werden sich dann noch andere wege finden und andere türen
öffnen.
dies ist natürlich ein prozess, und es funktioniert nicht von heute
auf morgen. wir haben ein leben lang gebraucht, so zu werden (uns diese
maske zu schaffen), erwarten wir also nicht, sie in wenigen augenblicken
ablegen zu können. das ablegen einer solchen maske ist auch immer
damit verbunden, die änderungen in unser alltagsleben zu integrieren
und das benötigt zeit und ausdauer.
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