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WAS IST GESUNDHEIT

eine ansichtssache

"gesundheit ist nicht nur das ausbleiben von krankheit, sondern der zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen wohlbefindens."

so die definition der WHO. für mich ergibt sich daraus, dass es entweder keine gesundheit gibt, bzw. dass auch menschen mit krankheitssymptomen für sich selbst als gesund gelten, solange sie sich dabei wohl fühlen.

ad - es gäbe keine gesundheit

schließlich leben wir alle mit unseren einschränkungen.
ich spreche hier von dem, was allgemein sozialisation genannt wird. es ist die uns eigene entwicklung, die erziehung, die erfahrungen mit unserer umwelt, die dieses scheinbar unmögliche wohlbefinden mindert. wir erleben einschränkungen, zurückweisungen und viele andere verhaltensformen die unsere eigene harmonie in unserem organismus ändern.
es sind deformationen unseres energetischen systems, in denen sehr viel angst und uns aufgebürdete einschränkungen stecken. diese deformationen bringen uns von einem natürlichen weg zu leben ab.

ad - troz krankheitssymptomen gelten wir als gesund

was ist es denn nun, was gesundheit meint? dazu müssen wir wohl das wort "wohlbefinden" genauer betrachten. was, wenn wir diesen begriff unter dem aspekt, dass wir unsere unausgewogenheiten nicht mehr wahrnehmen oder sie noch nie wahrgenommen haben, sehen. wir geben uns dann damit zufrieden, wie unser körper, geist und seele sind - sprich, dass wir uns geborgen und zuhause in unseren körper und in unserer umwelt fühlen, obgleich eine disharmonie besteht..
was also, wenn jemand sich nicht spürt oder sich nicht spüren will? gilt ein solcher dann als gesund, obgleich er einschränkungen seines lebens in kauf nimmt?
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gesundheit aus sicht der chinesischen medizin

"gesundheit ist ein zustand des gleichgewichts der verschieden manifestationen des chi."

es ist scheinbar noch wesentlich allgemeiner formuliert. sollten wir von gesundheit sprechen, gilt es die pole - das yin und das yang unseres energiesystems - stets in gleichen verhältnissen in unserem körper präsent zu haben. die "verschiedenen manifestationen des chi" beziehen sich auf alle bereiche unseres lebens.
es ist um einiges schwieriger, dem begriff von gesundheit gerecht zu werden. hier stellt sich für mich die frage, ob wir nicht immerfort zwischen den beiden polen - der krankheit und der gesundheit - wechseln.
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was ist krankheit?

"krankheit ist die störung einer körperlichen und oder geistigen gesundheit durch veränderung der geordneten lebensgänge."

hierbei gibt es zwei grundlegende gruppen an pathologischen faktoren.
zum einen die äußeren, aus der umwelt einwirkenden schädlichen faktoren - wie etwa krankheitserreger, physikalische einwirkung, chemische gifte, ernährung... in diesem fall stellt sich auch die frage, was es denn ist, die frage nach jenen eigenschaften in uns selbst, wodurch wir diese äusseren faktoren aufnehmen. was müsste sich auch in uns ändern um die welt, in der wir leben, die mittlerweile von "giften" voll ist, gesund zu machen. was macht sie krank?
zum anderen die inneren, aus dem organismus selbst auftretenden störungen - wie etwa genetische störungen, krankheitsbereitschaft, alter...
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gesundheit aus sicht der homöopathie

§9 organon:"im gesunden zustand des menschen waltet die geistartige, als dynamis den materiellen körper (organism) belebende lebenskraft (eutocratie) unumschränkt und hält alle seine teile in bewunderungswürdig harmonischem lebensgange in gefühlen und tätigkeiten, so daß unser innewohnender, vernünftiger geist sich dieses lebendigen, gesunden werkzeugs frei zu dem höheren zwecke unsers daseins bedienen kann."

es stellt eine etwas abstraktere betrachtung der gesundheit dar. hier ist das wort lebenskraft von bedeutung. ein wort, das im schulmedizinischen sinne keine bedeutung hat, da sie nicht beweisbar, nicht aus wissenschaftlichen sinne nachweisbar ist. dennoch ist dieser paragraf sehr ähnlich der definiton der WHO. in einem weiteren paragrafen spricht man von:

§6 organon VI:"...das ist, Abweichungen vom gesunden, ehemaligen Zustand des jetzt Kranken, die dieser selbst fühlt, die die Umstehenden an ihm wahrnehmen, und die der Arzt an ihm beobachtet. Alle diese wahrnehmbaren Zeichen repräsentieren die Krankheit in ihrem ganzen Umfange, ..."

die homöopathie definiert folglich krankheit als ein herausfallen aus dem gewohnten bild des menschen, eine abweichung von dem gesunden, so klein als auch so groß die veränderung auch sei.
krankheit ist ein zustand der vom normalen des patienten abweicht.
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krankheit als weg zur entwicklung

was geschieht nun bei einer veränderung im energiesystem des menschens? was bringen veränderungen mit sich? ich denke, jede veränderung die wir machen ist ein schritt in richtung entwicklung. wir differenzieren dadurch unsere sichtweise, aufgrund dessen wir unser ICH - BILD, unser denken und handeln ändern können. nur wenn wir anders erleben als gewohnt, verändert es.
betrachten wir kinder nach einer krankheitsperiode, so stellen wir oft veränderungen fest. durch die krankheit konnten sie sich entwickeln. mit unter haben sie auch von der krankheit die kraft bekommen sich zu verändern.
krankheit ist ein ausdruck eines bewusstseins, welches noch im lebensprozess und in der fähigkeit des lernens involviert ist. immer, wenn wir uns in bezug zu unserer umwelt reflektieren, kann krankheit eine begleiterscheinung sein, bzw. auch die krankheit der auslöser für die möglichkeit des reflektierens sein.
was geschieht denn, wenn wir krank sind? wir sind oft ans bett gefesselt - ein guter ort um sich von den üblichen ablenkungen fern zu halten. dies bietet die möglichkeit sich mit dem SELBST und seinem ICH - BILD auseinander zu setzen. unser bewusstseinszustand ändert sich bei manchen krankheiten. denken wir nur an hohes fieber. auch träumen wir mehr, wenn wir uns im kranken zustand befinden.
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gesundheit - ein grundrecht des menschen

gehen wir davon aus, dass die definiton der WHO und der chinesischen medizin ein ideal darstellt, dass der mensch nur sehr bedingt erfüllen kann. wir würden etwa nur einige stunden oder manche sogar einige tage in unserem leben gesund sein. dennoch versuchen wir diesem ideal gerecht zu werden und bereits bei der vorstellung krank zu werden, tritt ein gefühl des unwohlsein ein.
krankheit und gesundheit werden in unserer gesellschaft nicht wertfrei betrachtet. gesundheit und wohlbefinden gelten als gut, wobei krankheit und leid mit sehr viel negativität behaftet sind und als vermeidenswert gelten.
was aber geschieht bei diesem gedanken der vermeidung? was macht diese energie in unserem system mit uns?
wenn wir krankheit als weg zur entwicklung sehen und den ausdruck von krankheit, das leid und den schmerz, akzeptieren lernen, entrinnen wir dem vermeiden von krankheit. wir müssen keine angst mehr davor haben. genau diese angst ist ein faktor in unserem körper der viel stagnation im energiesystem verursachen kann.

an dieser stelle möchte ich einen vergleich bringen. stellen wir uns vor, krankheit sei ein berg, nennen wir ihn "berg der entwicklung". unser leben ist an einen punkt gekommen, an dem die entwicklung stagniert.überschreite ich aber diesen berg, erwartet mich neues land, welches ich gleichsetzen möchte, mangels neuer eindrücke oder der unmacht, diese wahr zu nehmen, mit dem land der neuen erfahrungen. in diesem land warten viele neue eindrücke auf uns, die allesamt die uns eigene betrachtungsweise verändern können.
was geschieht aber bei dem gedanken krankheit zu vermeiden? ich werde alles dafür machen, nicht über diesen berg gehen zu müssen, es ist gleichzusetzen mit dem leid, der anstrengung und dem schmerz, der oft krankheit begleitet. dieser gedanke nimmt uns die luft, den raum für veränderung. anstatt krankheit positiv zu sehen, versuchen wir alles zu vermeiden, was im entferntesten auch nur krankheit entspricht.
wir finden den weg zum arzt schon wegen kleinigkeiten, oft schon wenn wir gerademal den ersten schritt in richtung dieses berges gemacht haben. und wir werden von diesem sogleich zurückgeholt. keine möglichkeit, seinen eigenen weg über diesen berg zu schaffen.
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krankheit - unnötiges leid?

entwicklung läuft in unserem leben nicht kontinuierlich ab, vielmehr in kontinuierlichen etappen. veränderung, durch diese entwicklung hervorgerufen, macht uns oft unsicher, wir müssen erst alles verarbeiten um mit unserem alltag wieder zurecht kommen zu können. diese unsicherheit manifestiert sich oft in körperlichen, geistigen oder sozialen unausgewogenheiten. so paradox das auch klingen mag, aber gerade auch krankheit kann ein ausdruck von gesundheit sein. was nicht bedeutet, dass wir uns dem leid hingeben müssen, das würde masochistischem verhalten gleichkommen. vielmehr sollten wir der natürlichkeit des lebens wieder ausdruck verleihen und auch diesen vorgang, den wir krankheit nennen, nicht bekämpfen, sondern ihn geschehen lassen.
diese, in unserer gesellschaft, vordergründige denkweise lässt uns leid, welches wir in zeiten der krankheit erleben, sinnlos erscheinen und wir erleben es subjektiv verstärkt. wir nehmen uns die möglichkeit, diesen weg als wachstum zu sehen.
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