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vegetarismus

ein weg mit konsequenzen?

eine vielzahl von menschen hat sich aus unterschiedlichen gründen entschlossen, sich vom verzehr des fleisches zu lösen bzw. gänzlich auf den genuss tierischer produkte zu verzichten.
oft sind es ethische gründe, verstärkt durch berichteüber eine lebensfeindliche tierhaltung, brutale methoden des transportes und vieles mehr. oft wollen menschen gerade durch die ablehnung von tierischen produkten dazu beitragen, ein umdenken bei den poduzenten zu bewirken. was mit sicherheit sehr effektiv ist, da ich der meinung bin, dass der konsument das verhalten des produzenten leitet. viele menschen, die massentierhaltung nicht unterstützen wollen, aber nicht auf tierisches verzichten, wählen daher bioprodukte oder kaufen ihr fleisch direkt beim bauern. diese produkte weisen mit sicherheit auch eine bessere qualität auf als industriell gefertigte ware.
viele menschen wählen aus gesundheitlichen gründen diesen weg - allergien, laktoseunverträglichekeit und vieles mehr. mitlerweile ist es von zahlreichen studien belegt, dass der verzicht auf fleisch und tierische produkte das risiko an übergewicht, bludhochdruck und erhöhte blutfettwerte geringer ist. auch zivilisationskrankheiten, wie etwa diabetes, herzinfarkt oder krebs, treten weniger gehäuft bei solcherlei lebensführung auf. dies resultiert auch aus dem insgesamt gesünderen lebensstiel. vor allem der bewusstere umgang mit genuss und suchtmittel, wie etwa kaffe, zigarretten, alkohol und drogen, wirkt sich hier positiv aus.
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VON DER VERMEIDUNG DER MANGELERSCHEINUNGEN

ich selbst bin seit 1995 vegetarier und ich möchte an dieser stelle über eine begebenheit mit einem schulmediziner berichten.
bei einer gesundenuntersuchung sprachen wir unter anderem über meine ernährungsgewohnheiten. die reaktion auf die aussage, ich sei vegetarier, löste eine merkwürdige veränderung im wesen des arztes auf. ich war sogleich konfrontiert mit zweifel, unsicherheit und kam mir eben nicht normal vor. und dann die aussage, oder soll ich schon sagen die drohung, dass, wenn ich bereits so einen langen zeitraum kein fleisch esse, ich unbedingt an mangelerscheinungen leiden müsse. es wurde das beispiel des eisenhaushaltes gebracht, worauf ich mit einigen gemüsesorten geantwortet habe, die allesamt einen hohen eisengehalt haben. doch, so meinte er, sollen wir doch den bluttest abwarten. nun, bei dem versuch, im blutbefund seine aussage zu bestätigen, musste er aber feststellen, dass alle werte über dem durchschnitt liegen. mir war gleich wohler und mein zweifeln, ob ich die richtige ernährungsweise gewählt habe, waren sogleich dahin.
für mich war es eine seltsame begebenheit, die mir nur die "angst mache" der schulmedizin bestätigte. so sollte jeder, der sich für den weg eines vegetariers oder veganers entscheidet, auch mit solcherlei konfrontationen auseinandersetzen. seltsam…
doch das risiko ist natürlich nie auszuschließen, selbst bei menschen die fleisch essen…
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"GEFAHREN" FÜR VEGETARIER BZW. VEGANER

betroffen von mangelerscheinungen sind häufig säuglinge und kleinkinder sowie schwangere und stillende mütter. es ist wichtig, vor allem auf die ausreichende versorgung mit vitaminen wie B 2, B 12, D und eisen, calcium, jod und zink zu achten. bei einer unangemessenen nahrungsauswahl kann es zu einer unterversorgung mit energie und lebenserhaltenden proteinen kommen.
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EIN KURZER ÜBERBLICK

der hier aufgeführte bericht bietet einen überblick. er beleuchtet die thematik von schulmedizinischer seite.

vitamin B 12

das für die blutbildung unerlässliche vitamin B 12 (cobalamin) ist hauptsächlich in tierischen lebensmitteln enthalten. aber auch bakterien, pilze und einige algen können vitamin B 12 produzieren. so finden sich in fermentierten (mit mikroorganismen versetzten) produkten wie sauerkraut, miso, tempeh, tamari und shoyu wie auch in verschiedenen blaualgen (z.b. spirulina, chorella oder afa-algen) geringe mengen von vitamin B 12. viele dieser nahrungsmittel, die so genannte B 12-analoga enthalten, sind für den menschen aber nicht verwertbar.
unser körper benötigt vitamin B 12 nur in geringen mengen und das auch nicht täglich, weil unser körper das vitamin speichert. ein gefüllter vitamin-B 12-speicher (2 bis 3 mg) reicht für etwa 3 bis 15 jahre. bei einem mangel an vitamin B 12 erscheinen betroffene zunächst blass und energielos. sie fühlen sich schwach und schwindlig. diese so genannte perikunäre anämie ist allerdings noch nicht wirklich gefährlich und kann durch die aufnahme von vitamin B 12 wieder beseitigt werden. irreversibel sind jedoch die schäden am nervensystem, die im weiteren verlauf eines mangels entstehen.
ob ein mangel an vitamin B 12 vorliegt, ist nur schwer zu erkennen. insbesondere bei veganern, die in der regel gut mit dem vitamin folsäure (koenzym, das für die bildung von körpereigenem protein und hämoglobin benötigt wird und der vitamin-b-gruppe zugerechnet wird) versorgt sind, kann eine unterversorgung mit vitamin B 12 lange verborgen bleiben. folsäure übernimmt nämlich teilweise ähnliche funktionen wie vitamin B 12.
bei den meisten veganern liegt der vitamin-B 12-spiegel im blut weit unter den werten von mischköstlern. selbst erste zelluläre mangelzeichen wie erhöhte werte von methylamonsäure und homocystein zeigen sich bei mehr als der hälfte der vegan lebenden menschen (untersuchung an der uniklinik saarland). die durchschnittswerte für vitamin B 12 liegen bei 170 bis 1130 piktogramm je milliliter blutserum (pg/ml). langjährige veganer zeigen oft niedrigere werte als 100 bis 200 pg/ml. ab einem spiegel von unter 200 pg/ml können bei zusätzlich schlechter versorgung mit folsäure erste mangelsymptome auftreten. dauerhafte schäden treten ab werten von weniger als 30 pg/ml auf.
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vitamin D

so wie vitamin B 12 kommt auch vitamin D ausschließlich in tierischen produkten vor. in kohlarten, spinat, pilzen und hefe finden sich allerdings größere mengen des provitamin D2. unter sonneneinstrahlung kann in der haut daraus vitamin D gebildet werden. entsprechend ist der vitamin-D-status in den sommermonaten günstiger als in den dunkleren jahreszeiten und (auf der nördlichen halbkugel) in den südlichen regionen günstiger als in den nördlichen.
insgesamt tritt ein vitamin-D-mangel bei veganern relativ selten auf, auch wenn sie weniger vitamin D aufnehmen - im vergleich zu ovo-lakto-vegetariern und mischköstlern -, weil das defizit wohl durch ausreichend lange aufenthalte im freien (und damit uv-einwirkung) ausgeglichen wird.
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calcium

calcium ist notwendig für das knochenwachstum und für die vorbeugung gegen osteoporose. ein mangel zeigt sich bei kindern durch nicht ausreichend mineralisierte knochen (rachitis) und in der zweiten lebenshälfte durch brüchigere knochen (osteoporose). milch- und milchprodukte sind bei uns die hauptquellen für calcium, dennoch zeigen vegan lebende menschen kaum auffällig erhöhte anzeichen eines calcium-mangels.
eine hohe proteinzufuhr erhöht auch die calciumausscheidung über die nieren beträchtlich, weshalb die aufnahme von 900 bis 1200 mg calcium pro tag empfohlen wird - mehr als der doppelte tagesbedarf. hier wirkt sich die geringe proteinaufnahme vegan lebender menschen positiv auf die calciumbilanz aus. die annahme, dass veganer weniger calcium benötigen, wird auch durch studien bestätigt, die zeigen, dass offenbar das verhältnis von protein und calcium weitaus bedeutender ist als die calciumzufuhr allein.
dennoch sollten veganer auf ihre calciumaufnahme achten, denn ballaststoffe, phytin- und oxalsäure (z.b. aus vollkornprodukten), rhabarber und spinat behindern die aufnahme von calcium. gute pflanzliche quellen hingegen sind dunkelgrüne gemüse wie brokkoli, grünkohl und fenchel sowie mandeln und haselnüsse. auch calciumreiches mineralwasser (mit rund 150 mg/l) trägt zur calcium-versorgung bei.
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eisen

veganer nehmen durchschnittlich mehr eisen auf als nicht-vegetarier. das dreiwertige eisen aus pflanzlichen quellen ist allerdings nicht so gut verwertbar wie das zweiwertige aus fleisch und wurst. zugleich hemmen pflanzliche begleitstoffe wie phytinsäure und ballaststoffe die aufnahme. vitamin c und fruktose können die verfügbarkeit aus pflanzlichen lebensmitteln allerdings erhöhen.
eine deutsche studie ergab, dass 42 prozent der jüngeren und 13 prozent der älteren veganer die als "normal" geltenden blutkonzentrationen für eisen unterschreiten. überraschenderweise waren damit aber keine physiologischen nachteile wie blutarmut oder leistungsschwäche verbunden. im gegenteil gibt es sogar hinweise darauf, dass normwerte im unteren bereich möglicherweise vor infektionskrankheiten und arteriosklerose schützen.
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jod und zink

für veganer, die keinen fisch und keine meerestiere essen, gilt die empfehlung jodiertes speisesalz zu verwenden.
zink ist, ähnlich wie eisen, aus pflanzlicher nahrung weniger gut verfügbar als aus tierischer nahrung. dass es dennoch bei veganern kaum anzeichen eines zink-mangels gibt, dürfte daran liegen, dass langjährige vegetarier zink aus pflanzlicher nahrung besser verwerten können als nicht-vegetarier. kinder allerdings sind eher gefährdet, da sie diese anpassungsfähigkeit noch nicht zu besitzen scheinen.
da die für lakto-vegetarier und mischköstler häufigste zink-quelle (milch- und milchprodukte) entfällt, sollten sie auf zinkreiche lebensmittel achten. vollkornprodukte, sojabohnen und erdnüsse sind gute pflanzliche lieferanten. günstig ist insbesondere auch sauerteigbrot, da durch diese teigführung phytate abgebaut werden, die sonst die verfügbarkeit des zinks mindern können.
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vitamin B 2

durch den verzicht auf milchprodukte entgeht veganern eine wichtige quelle für vitamin B 2 (riboflavin). eine ausreichende versorgung ist aber dennoch möglich, wenn auf vitamin B 2-reiche lebensmittel geachtet wird. gute lieferanten sind hier dunkelgrüne blattgemüse wie spinat und grünkohl, aber auch mais, amaranth und haferflocken.
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empfehlung der ernährungswissenschaftler

um defizite zu vermeiden, ist bei veganer lebensweise auf eine sorgfältige auswahl der nahrungsmittel besonders zu achten. neben reichlich obst und gemüse - insbesondere dunkelgrünes gemüse - sollten vollkornprodukte und hülsenfrüchte einschließlich sojaprodukte auf dem speiseplan stehen. auch nüsse, samen und pflanzliche Öle sind von bedeutung. sinnvoll ist zudem calciumreiches mineralwasser zu wählen und eisenreiche getreide- und gemüsegerichte mit vitamin-C-haltigem obst oder saft zu kombinieren.
patienten mit erhöhtem nährstoffbedarf, säuglingen und kleinkindern, heranwachsenden, alten menschen, schwangeren und stillenden wird allerdings von einer veganen lebensweise abgeraten. empfehlenswerter ist hier aus medizinischer sicht eine ovo-lakto-vegetabile ernährung, denn schon der gelegentliche verzehr von milch- und milchprodukten schließt kritische versorgungslücken an vitamin B 2, vitamin B 12 und calcium.
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(quelle: stefan weigt: "vegane ernährung. geht´s auch rein pflanzlich?". in: ugb-forum 6/2003, s. 296-299

 

 

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